Gemeindemitteilungen vom 11. Januar 2021

Chlorothalonil

Das Waltenschwiler Trinkwasser gilt als sicher, trotz leichter Überschreitung der Höchstwerte

Wie in vielen anderen Gemeinden des Schweizer Mittellands werden auch im Waltenschwiler Trinkwasser Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil beobachtet. Der Gemeinderat nimmt die Problematik ernst, verweist jedoch auf die Aussagen der Behörden, wonach das Aargauer Trinkwasser nach wie vor als sicheres Lebensmittel gilt.

 

Die Wasserversorgung Waltenschwil kontrolliert ihr Trinkwasser regelmässig gemäss den Empfehlungen des Aargauer Amts für Verbraucherschutz (AVS). Nachdem im Jahr 2019 bekannt wurde, dass Abbauprodukte des seit den 1970er Jahren eingesetzten Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil (sogenannte Metaboliten) möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung darstellen, wurde der Waltenschwiler Probeplan um diese Stoffe erweitert.

 

Wie in vielen anderen Gemeinden des Schweizer Mittellands wurden auch in Waltenschwil Chlorothalonil-Metaboliten festgestellt. Unter Beobachtung steht insbesondere der Metabolit R417888 «Chlorothalonil-Sulfonsäure». Bei den beiden Grundwasserfassungen, aus denen Waltenschwil sein Trinkwasser schöpft, zeigten sich dabei folgende Resultate:

 

· Das Grundwasserpumpwerk Hagächer zeigt starke Schwankungen bezüglich des Anteils
  von Chlorothalonil-Sulfonsäure; zuweilen lagen die Messwerte deutlich über dem
  zulässigen Höchstwert. Aus diesem Grund wurde dieses Pumpwerk vom Netz
  genommen. Zwar beträgt der Anteil des Pumpwerks Hagächer an der gesamten
  Waltenschwiler Trinkwasserversorgung nur rund sechs bis sieben Prozent, dennoch
  wurde die Förderung entsprechend eingestellt.

 

· Leichte Überschreitungen des Höchstwerts für Chlorothalonil-Sulfonsäure zeigten sich
  auch bei der Grundwasserfassung Hintere Mulde (Bremgarten). Die Werte lagen jedoch
  stets innerhalb der Messtoleranz. Gemäss einer Weisung des zuständigen Bundesamtes
  für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sind entsprechende Massnahmen zu
  ergreifen. Da eine «Filterung» von Chlorothalonil nach aktuellem Stand der Technik
  weder praktikabel noch wirtschaftlich vertretbar ist, steht dabei der Bezug von     
  Trinkwasser aus weniger belasteten Ressourcen im Vordergrund.

 

Stark überschritten wurde der zulässige Höchstwert beim Metaboliten R471811, einem weiteren Chlorothalonil-Abbauprodukt. Von diesem Phänomen sind rund zwei Drittel aller Wasserversorgungen im Kanton Aargau betroffen. Nach übereinstimmender Haltung des BLV und des AVS besitzt dieser Stoff jedoch nicht dieselben toxikologischen Eigenschaften wie Chlorothalonil-Sulfonsäure und wird nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft. Das Trinkwasser in Waltenschwil sowie in allen Aargauer Gemeinden ist ein sicheres Lebensmittel und kann uneingeschränkt zum Trinken genutzt werden. Dies wird auch von allen Behörden mehrfach betont.

Sirenenprobealarm 2021

Am Mittwochnachmittag, 03. Februar 2021, findet von 13:30 bis 14:00 Uhr in der ganzen Schweiz - also auch in unserer Gemeinde - die jährliche Kontrolle der Alarmsirenen statt. Dabei sind keine Verhaltens- und Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Bei der Sirenenkontrolle wird die Funktionstüchtigkeit der stationären Sirenen getestet, mit denen die Einwohner bei Katastrophen- und Notlagen oder im Falle eines bewaffneten Konfliktes alarmiert werden. Ausgelöst wird das Zeichen "Allgemeiner Alarm": Ein regelmässig auf- und absteigender Heulton von einer Minute Dauer.

 

Wenn das Zeichen "Allgemeiner Alarm" jedoch ausserhalb des angekündigten Sirenentests ertönt, bedeutet dies, dass eine Gefährdung der Bevölkerung möglich ist. In diesem Fall ist die Bevölkerung aufgefordert, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren.

Hinweise und Verhaltensregeln finden sich im Merkblatt "Alarmierung der Bevölkerung" auf den hintersten Seiten jedes Telefonbuches, ferner auf den Seiten 680 und 681 im Teletext sowie im Internet unter www.sirenentest.ch

 

Der Sirenentest dient neben der technischen Funktionskontrolle der Sireneninfrastruktur auch der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung bezüglich Verhalten bei einem Sirenenalarm.

 

Die Bevölkerung wird um Verständnis für die mit der Sirenenkontrolle verbundenen Unannehmlichkeiten gebeten.